Sonnabend, 19. September: Anke Stelling liest aus „Bodentiefe Fenster“

Anke Stelling liest am Sonnabend (19. September) aus ihrem aktuellen Roman „Bodentiefe Fenster“ (Verbrecher Verlag), der für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert wurde.

Von den 68er-Müttern im Aufbruch hat eine Töchtergeneration den Auftrag erhalten, die Welt zu verbessern – das Waldsterben und die Aufrüstung zu stoppen, ein Zimmer für sich allein zu haben, gemeinsam stark zu sein –, und diesen Auftrag kann Sandra nicht vergessen. Mit vierzig Jahren und als Mutter zweier Kinder ist aus ihr eine Art Kassandra vom Prenzlauer Berg geworden. Sie sieht, dass die Ideale der Elterngeneration im Alltag verloren gehen, auf dem Spielplatz versanden, im Plenum der Hausgemeinschaft ad absurdum geführt werden. Alles auszusprechen, ist offenbar keine Lösung, weggehen kann sie jedoch auch nicht, außerdem genießt sie ihre Privilegien. Sie feiert die Kindergeburtstage wie früher, wie Pippi Langstrumpf, doch der Kern der Utopie ist nicht mehr da. Und die bodentiefen Fenster machen den Alltag allzu durchsichtig. Am Ende von Anke Stellings Roman, der in schöner Sprache Bitterböses erzählt, geht es ins Müttergenesungswerk: „Damit Mama wieder lacht.“ Bodentiefe Fenster – bodenlose Gegenwart. Die Lesung moderiert Matthias Teiting.

Pressestimmen: „Dank des unerbittlichen Blicks und trockenen Humors der Autorin hält der Roman wunderbar die Balance zwischen Erschrecken und Vergnügen. Gegenwartsliteratur im buchstäblichen und besten Sinn.“ (MDR Figaro); „Was Bodentiefe Fenster zu einem herausragenden Buch macht, ist die Weise, wie hier eine Erzählstimme versucht, zu einem anderen Sprechen und damit einer neuen Form von Identität und Gemeinschaft zu gelangen.“ (ZEIT Online)

Anke Stelling: Bodentiefe Fenster | 19. September | Sonnabend | 21 Uhr | Zentralwerk (Riesaer Str. 32) | Vorverkauf: 7/4 Euro, Abendkasse 8/6 Euro (Kombiticket mit Lesung von Heike Geißler: 10/6 Euro)