Hans Thill

Hans Thill ist ein barocker Fabulierer, ein surrealistischer Entdecker, einer, wie es Wenige gibt in der deutschsprachigen Lyrik. Kein Großstatdlyriker, sondern einer, der den Dörfern den Puls fühlen und sich in ihre Geschichte, die bei ihm Weltgeschichte wird, einhören und -lesen kann. Thills „Buch der Dörfer“ ist eine Sammlung von kurzen, poetischen Prosatexten, die das Dorf als Lebens- und Erfahrungsraum, Erinnerungsort und Ideenreservoir ausloten. In ihm geht es fernab von allem Urbanen nicht nur querfeldein über fiktive Dörfer; es geht auch kreuz und quer durch Ideenwelt und Kulturgeschichte: „DAS NÄCHSTE DORF gehörte den Humboldts, die nahmen den Schlüssel mit, wenn sie auf Reisen waren. Die günstigen Winde wurden in einen Rucksack mehr gestopft als gefaltet, ein paar Australier ließen sich nicht lange bitten und tanzten mit Katzen.“ Lust an der Sprache und Lust an der kreativen Verwirrung treiben Thill gleichermaßen zum Schreiben an. Thill ist mal ruhig und elegisch, mal surrealistisch und anspielungsreich.

 

Hans Thill liest mit bei der Lyriknacht „Bilder! Gedichte! Nacht der Poesie“ am 8. November 2017 um 21 Uhr im Japanischen Palais.

 

Foto: privat