Nancy Hünger

Nancy Hünger, 1981 in Weimar geboren, ist eine Dichterin, deren Werk von einer immensen Musikalität geprägt ist. Man möchte fast glauben, dass ihre Zeilen aus einer Art innerem Rhythmus entstehen, so „hinhörend“ ergeben sie sich dem Sprachfluss. Man muss sie lesen hören, die Sprachtrance erleben, die den Versen etwas Unbedingtes gibt. Ihr Werk ist vielschichtig, ihre Prosa poetisch flimmernd, ihre Lyrik parlandohaft, aber alles andere als prosaisch. „Ein wenig Musik zum Abschied wäre trotzdem nett“, heißt lakonisch ihr aktueller Band. Nett ist das Buch aber nicht, sondern: existenziell, traurig, fordernd. Und das alles zugleich. Und es endet mit einer Kritik an dem „kleinen Großbetrieb“ der Kunst und Literatur, die sich lyrisch gewaschen hat.

 

Nancy Hünger liest mit bei der „Bilder! Gedichte! Nacht der Poesie“ am 8. November 2017 um 21 Uhr im Japanischen Palais.

 

Foto: © Felix Wilhelm