Freitag, 19. September: Juri Andruchowytsch – Lesung & Gespräch

Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch gilt als einer der wichtigsten Intellektuellen Europas. Ein streitbarer Autor zwischen politischem Engagement und literarischer Vielschichtigkeit. Sein Werk wurde vielfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, u. a. 2006 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Andruchowytsch nimmt das Motto “Zorn” des diesjährigen Festivals “Literatur Jetzt!” wörtlich, liest und spricht mit Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin über die Liebe, die Ukraine und die mächtigen Banditen.

“Werwolf Sutra” heißt ein Gedichtband des bekannten ukrainischen Schriftstellers Juri Andruchowytsch, der in den 80er Jahren als rebellischer Lyriker seine Laufbahn begann und heute zu den unverwechselbar prominenten Stimmen der osteuropäischen Literaturszene zählt. Die von Andruchowytsch mitbegründete Gruppe BuBaBu (Burlesk-Balagan-Buffonada) galt in der Ukraine als poetischer Aufbruch im Geist der Moderne. Bereits damals ging es um eine Poesie, die sich vom Sozialistischen Realismus mit frechen Pointen und gezielten Tabubrüchen absetzt. Poetische Spielfreude trifft in den Texten dieses Autors – songhaften Versen über Liebe, Alltag, Geschichte und Gegenwart – auf Weltläufigkeit. Mehrere Romane des Schriftstellers liegen auch auf Deutsch vor, zuletzt erschien 2011 “Perversion”, in dem es um Abweichungen von der Norm und die Ukraine als fantastischen Raum geht. Anfang Februar 2014 schrieb Juri Andruchowytsch einen “Offenen Brief zur Lage in der Ukraine”, der weite Verbreitung fand und in vielen Zeitungen abgedruckt wurde. Jurij Andruchowytsch wurde 1960 in Iwano-Frankiwsk, Ukraine geboren und mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet, u.a. 2006 mit dem “Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung”.

Juri Andruchowytsch | 19.09. | Freitag | 20 Uhr | Kleines Haus | Vorverkauf / Abendkasse: 7 Euro ermäßigt / 12 Euro