„Literatur Jetzt!“ – Dresdner Festival zeitgenössischer Literatur vom 15. bis 20. September 2015

Die Gegenwart ist beherrscht von katastrophalen militärischen Konflikten und leidenschaftlichen öffentlichen Debatten. Für die Kultur scheint eine solche Zeit vor allem bedrohlich, doch bietet sie auch Chancen, da doch oft „in den wildesten Kriegs- und Parteistürmen die Kunst ihre herrlichsten Blüten entfaltete“, wie Heinrich Heine einmal bemerkte. Allerdings entpuppen sich die Konflikte der Gegenwart bei näherer Betrachtung zumeist nur als rohe Machtkämpfe oder als Streitigkeiten um die Sicherung von Besitzständen. Nicht nur konservative, sondern auch sich selbst als fortschrittlich verstehende Gruppen sind zurzeit vor allem mit der Verteidigung des Bestehenden beschäftigt: Den einen scheint die abendländische Kultur und die nationale Identität bedroht, den anderen die Demokratie und die europäische Idee. Projekte, die nicht in Vergangenheit und Gegenwart verharren, sondern sich auf die Zukunft richten, sind hingegen kaum mehr zu finden. Utopien gelten den meisten als illusionär, wenn nicht gar gefährlich. Menschen, die Visionen haben, wird mit den Worten Helmut Schmidts geraten, schleunigst einen Arzt aufzusuchen.

„Literatur Jetzt!“, das „Dresdner Festival zeitgenössischer Literatur“ will im Jahr 2015 unter dem Titel „Neue Welten“ jenen Autorinnen und Autoren ein Forum bieten, die über den Tellerrand von Heimat und Gegenwart blicken – in kommende Zeiten, fantastische Welten oder zu entdeckende Regionen der Erde. Zu Wort kommen sollen politische Schriftsteller, die nicht das Ende der Geschichte gekommen sehen, sondern Entwürfe einer besseren Gesellschaft wagen. Außerdem werden Poeten vorgestellt, die mit der Sprache selbst Experimente unternehmen und innovative Wege des Publizierens beschreiten. Schließlich widmet sich das Festival auch jenen Dichtern, die sich von ihrer Heimat verabschiedet haben, um in der Fremde ihren Traum eines besseren Lebens zu verwirklichen.

Nähere Informationen zum Programm und den Autoren folgen in Kürze.