Ralf Günther: „Die Badende von Moritzburg“

Ralf Günther liest aus seiner Sommernovelle „Die Badende von Moritzburg“. Die Autorin Josefine Gottwald schlägt begleitend dazu musikalisch die Brücke zu den 68ern. Beide sprechen über die Kunst des befreiten Denkens.

 

Am 7. Juni 1905 gründeten die vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff in Dresden die expressionistische Künstlergruppe Brücke. Fünf Jahre später wird die junge Clara Schimmelpfenninck wegen hysterischer Atemnot ins Dresdner Lahmann-Sanatorium auf dem „Weißen Hirsch“ geschickt. Nach sechs Wochen ist sie symptomfrei, aber zu Tode gelangweilt. Da wird sie zu einem Ausflug ins nahe Moritzburg eingeladen. Im Sommerkleid streift sie durch die herrliche Schilflandschaft. Prompt wird sie von einem Mann mit fein geschnittenem Gesicht und energischer Stimme angesprochen. Ob sie sich nicht zu ihm, Kirchner, und seinen Freunden gesellen möge. Die Männer und Frauen picknicken dort, trinken Wein und arbeiten an ihren Staffeleien – in einer Art und Weise, wie Clara es noch nie erlebt hat. Und so verbringt sie einen unvergesslichen Sommertag in der Künstlerkolonie „Die Brücke“. Günthers Buch führt den Leser in eine Welt der Künstler und Aussteiger. Überall wird rebelliert gegen Konventionen. Man propagiert Freiheit und alternative Lebensweisen, ein neues Menschenbild: zurück zur Natur.

 

Ralf Günther: „Die Badende von Moritzburg“ | 11. November 2017 | Sonnabend | 18 Uhr | Japanisches Palais | Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 8 Euro, 6 Euro ermäßigt