Die 14. Ausgabe unseres Festivals Literatur JETZT! findet vom 21. bis 25. September 2022 im Zentralwerk in Dresden-Pieschen statt. Alle Freunde und Freundinnen der Literatur der Gegenwart dürfen sich wieder auf ein abwechslungsreiches Programm freuen. An fünf Tagen sind 40 Mitwirkende bei mehr als zwanzig Veranstaltungen zu erleben. Wie immer gibt es bei unserem Literaturfest anspruchsvolle ebenso wie populäre Formate, schon renommierte Autorinnen und Autoren treffen auf vielversprechende Newcomer. Ermöglicht wird unser Festival durch die Förderung der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz, sowie durch das Programm „Neustart Literatur“ des Deutschen Literaturfonds im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Bundesregierung.

Unser Programm ist komplett! Eröffnet wird unser Festival am Mittwoch von Universalkünstler Rainald Grebe, der mit einem sehr persönlichen Abend seine Autobiografie „Rheinland Grapefruit“ präsentiert! Einen anderen Höhepunkt gibt es am Sonnabend zu erleben: Die Schauspielerin Sophie Rois liest aus den aufregenden, posthum entdeckten Tage- und Notizbüchern der weltbekannten Schriftstellerin Patricia Highsmith. Ihre aktuellen Bücher präsentieren außerdem Karen Duve („Sisi“), Isabel Bogdan („Laufen“) und Helene Hegemann („Schlachtensee“). Freut euch auf beliebte Reihen wie den „Reporter Slam“ (diesmal in der Schauburg!), den Lyrikabend „Zentralwerk der Poesie“ und die „Pop und Poesie Show“, diesmal mit den Gästen Schorsch Kamerun, Inéz und Christiane Rösinger, aber auch auf den originellen neuen Late Night Talk Spätschicht mit Cornelius Pollmer und Yasmine M’Barek. Dem lange vernachlässigten Thema Care-Arbeit widmen wir uns bei einer Veranstaltung mit Gabriele von Arnim („Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“) und Frédéric Valin („Pflegeprotokolle“). Tanja Maljartschuk ist die Stimme der ukrainischen Literatur auf unserem Festival, auswärts im Blechschloss der Scheune begrüßen wir den satirischen Dichter Thomas Gsella. Über das Aufwachsen als Kind von Einwanderern erzählen und sprechen bei der Veranstaltung Herkunft und Zukunft der Schriftsteller Paul Bokowski („Schlesenburg“) und die Autorin und Journalistin Dilek Güngör („Vater und ich“).

Der Sonntag steht diesmal ganz im Zeichen unseres Kinderlesefestes Literatur FETZT! Von 10 bis 17 Uhr bieten wir für Kinder und Eltern Lesungen von Ralph Caspers, Thomas Eisen, Kirsten Reinhardt, Linda Schwalbe und Silke Lambeck, einen Workshop mit der Illustratorin Isabel Pin, Märchenfilme in Deutscher Gebärdensprache von Britt Dunse, eine Book-Cache-Schatzsuche sowie Essen vom Pizza Syndikat und den PauPau-Eiswagen!

Besorgt euch Tickets gerne schon frühzeitig im kostengünstigen Vorverkauf! Bei unserem Kinderlesefest Literatur FETZT! könnt ihr alle Veranstaltungen am Sonntag mit dem Familientagesticket (gültig für bis zu 5 Personen, 3 Kinder und 2 Erwachsene) besuchen. Sparen könnt ihr auch mit Tagestickets für den Donnerstag, den Freitag und den Sonnabend sowie mit unserem Festivalticket.

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Als Satellitenveranstaltung unterstützt unser Festival die Lesereihe, die zu der Ausstellung Eppur si muove – und sie bewegt sich doch! Villa Massimo zu Gast im Japanischen Palais der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vom 24. Juni bis zum 25. September stattfindet. Die Rompreisträger*innen der Jahrgänge 2020/21 und 2021/22 der Villa Massimo zeigen im Japanischen Palais ihre in Rom entstandenen Werke. Internationale Künstler*innen aus den Sparten Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Musik verwandeln das Japanische Palais in einen Ort der Auseinandersetzung mit unserer eigenen Zeit und mit der Frage, wie sich die Welt verändern wird.

Das sind die Lesungen:

LESUNG MIT RON WINKLER | Donnerstag, 1. September, 18 Uhr

Der Autor Ron Winkler (*1973 in Jena) liest aus seinem aktuellen Gedichtband „Magma in den Dingen“ und aus seinem neuen Zyklus „Unterwegs in der Verformung“, der in Form des poème en prose Gegenwartserfahrung mit Selbstwahrnehmungen aus dem Cluster von Familie, Liebe, urbanem Leben und der eigenen Elternschaft verschränkt und den ganzen Alltag akkumuliert. In seinem neuen Band untersucht Winkler, wie die Sprache in der Bewegung ihre Fließgeschwindigkeit verändert. Die Biotope, die er taxiert, finden sich in der „Wüstung aller Europäer“ genau wie auf den „Erzählflächen des Glazialen“, immer aber schreiben sie sich tief in den Körper ein. Nicht zuletzt die Kindheit wird kartographiert, mal als kühle Beschreibung, mal als sehnsüchtige Anrufung. Unermüdlich sind Winklers Gedichte dem „strapaziösen Schönen“ auf der Spur, tragen sie die überraschenden Überschüsse dessen nach, was der Fall ist.

LESUNG MIT ALEXANDER SCHIMMELBUSCH | Freitag, 23. September, 18 Uhr

Mit der Moderation von Peter Richter liest Alexander Schimmelbusch aus Schwarzer Herrgott, sein fünfter Roman, der im Herbst 2023 bei Rowohlt erscheint. Zum erheblichen Teil in der Villa Massimo entstanden, ist es der lang erwartete Nachfolger seines hochgelobten Bestsellers Hochdeutschland, den Florian Illies in der Zeit als „Klassiker von morgen“ bezeichnete. Die Handlung von Schwarzer Herrgott ist im Jahr 2033 angesiedelt, in der Brandenburger Seenlandschaft außerhalb von Berlin. Das Buch erzählt von einigen Führungskräften der Omen SE, des wertvollsten deutschen Unternehmens: Durch den technologischen Fortschritt von ihrer Fron erlöst, sehen die Arbeiter nun in einer konzerneigenen Siedlung aus Bungalows am See dem Zeitalter der Muße, der Melonen und Feigen entgegen. In seinem neuen Buch stellt Alexander Schimmelbusch die zentralen Fragen unserer Zeit: Wer sind wir, wenn wir nicht mehr arbeiten? Was verbindet uns überhaupt mit anderen? Wer waren wir in grüner Vorzeit? Wie soll es mit uns weitergehen? Sollen wir weinen? Oder sollen wir kämpfen? Aber für was? Und mit wem?

KENAH CUSANIT, URAUFFÜHRUNG VON BRICOLETTO ALS SZENISCHE LESUNG | Samstag, 24. September, 18 Uhr

Bricoletto ist eine kleine Hommage von Kenah Cusanit an die „Bricolage“ – ein Konzept, bei dem es darum geht, Probleme zu lösen, indem man bereits vorhandene Quellen nutzt, statt neue Ressourcen zu verwenden. Was die Autorin damit zu lösen versucht, hat mit der Fotographie zu tun und der Frage: Wie kann man heute über etwas derart exzessiv Betriebenes sprechen wie das Fotographieren, das unseren gesamten Alltag durchdringt? Kenah Cusanit tut es, indem sie in ihrem Text einen literarischen Text so verfasst, der eine vielschichtige Konversation zwischen Roland Barthes, Walter Benjamin, Marshal McLuhan, Claude Levi Strauss und Susan Sontag komponiert. Wir befinden uns im Jahr 1979, „backstage“ im Literarischen Colloquium Berlin. Das von Cusanit erdachte Podium hat es leider so nie gegeben. Doch kann man sich sehr gut vorstellen, dass es genauso hätte stattfinden können. Die Lesung von Bricoletto, mit Regie von Dunja Funke und Produktion/Postproduktion von Florian Wöhrl, wird von ­Mariel Jana Supka Stephan Lohse, Ulrich Hoppe (angefragt), Olaf Helbing, Maik Solbach, und Clea-Alexandra Funke inszeniert.

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Vom 22. bis zum 26. September 2021 fand – zum dritten Mal im Zentralwerk in Dresden-Pieschen – die dreizehnte Ausgabe von Literatur JETZT! statt, dem Festival zeitgenössischer Literatur in Dresden. Gefördert wurde es nicht nur wie jedes Jahr von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz, sondern diesmal auch durch das Programm „Neustart Literatur“ des Deutschen Literaturfonds im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ der Bundesregierung. Wir bedanken uns bei über fünfzig Mitwirkenden, die bei unserem Festival in diesem Jahr knapp zwanzig Veranstaltungen möglich gemacht haben. Unter ihnen waren u.a. Daniel Kehlmann, Stefanie Sargnagel, Peter Richter und Antje Ravik Strubel, die für ihren Roman „Blaue Frau“ inzwischen den Deutschen Buchpreis dieses Jahres gewonnen hat!

Trotz mehrerer kurzfristiger Absagen, Platzbeschränkungen und der bei vielen Menschen noch spürbaren Unsicherheit in Zeiten der Corona-Pandemie konnten wir mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher im Zentralwerk begrüßen. Auch ihnen danken wir herzlich! Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe im September 2022, dann hoffentlich wieder unbeschwert. Hier findet ihr einen ausführlichen Rückblick in Wort und Bild.