Bei unserem Lyrik-Parcours folgt das Publikum zwei Dichter:innen und einer Musikerin zu Lesungen an verschiedenen Orten im Zentralwerk. Auch diesmal haben wir Stimmen eingeladen, die bisher in Dresden noch nie zu hören waren.
Ausgezehrt sein, nach Hilfe suchen, sich verletzt fühlen, auf schwachen Beinen stehen – diesen existenziellen Gefühlen und emotionalen Kämpfen widmet sich Sirka Elspaß in ihren neuen Gedichten: von der alltäglichen Beobachtung, „wie oft da keine sorge / steht im chatverlauf“, bis hin zum Schutzengel, der hinwirft, nicht mehr erreichbar ist, „sogar die mailbox hat er ausgemacht“. Der Blick fällt auf den eigenen Körper, das eigene prekäre Sein, bevor er sich dem Außen zuwendet, der Natur, den Tieren, allen voran den Vögeln am Himmel. Sirka Elspaßʼ Suche nach Trost ist genau das: tröstlich. Bei aller Verletzlichkeit, allem Schmerz wirkt ihre Poesie schwebend leicht. So helfen die Gedichte über die wunden Punkte des In-der-Welt-Seins hinweg. Denn „hungern beten heulen schwimmen“ zeigt uns, dass es weitergeht, dass wir nicht allein sind – und manchmal reicht dafür ein kleiner Moment, eine humorvolle Beobachtung, ein versöhnlicher Vers.
Genau das trifft auch auf Gedichte in „Die Sprache der Möwen“ des isländischen Dichters Gyrðir Elíasson zu, die Wolfgang Schiffer ins Deutsche übersetzt hat. Die Gedichte kreisen auf sensible, einfühlsame Weiseum das menschliche Leben in einer vergänglichen Welt. Wie vergewissere ich mich der Existenz meiner Umgebung? Wie meiner selbst? Elíasson stellt sich (und damit uns) diese Fragen in bewegenden, zeitlosen Bildern und mit einem tiefen Verständnis für die menschliche Natur.
Der Lyrik-Parcours wird moderiert vom Lektor und Verleger Helge Pfannenschmidt (edition AZUR). Die musikalische Begleitung unseres poetischen Rundgangs übernimmt Anne Munka.
ACHTUNG: Wegen zeitlicher Überschneidung ist diese Veranstaltung nicht Teil des Tagestickets für den Festivaldonnerstag. Die Teilnahme am Lyrikparcours ist leider nicht barrierefrei möglich.



